Erstmals ein Podcast-Unternehmer an der Spitze: Stefan Lassnig ist „Medienmanager des Jahres"

Die Fachzeitschrift „Österreichs Journalist:in" kürt erstmals einen Podcast-Unternehmer zum „Medienmanager des Jahres" – ein Signal, das weit über eine einzelne Person hinausweist.

Felix Keiser

7/21/20262 min read

Am 30. Oktober 2025 zeichnete die Fachzeitschrift „Österreichs Journalist:in" Stefan Lassnig, geschäftsführenden Gesellschafter von Missing Link Media, als „Medienmanager des Jahres" (2025) aus.
Herausgeber Georg Taitl begründete die Wahl damit, dass Lassnig eine realistische wirtschaftliche Zukunft für ein neues Segment des Journalismus verkörpere – als „Verbinder von Bescheidenheit mit Qualität".

Ein Bruch mit der Tradition

Ein Blick auf die bisherigen Preisträger zeigt, wie ungewöhnlich diese Entscheidung ist: In den vergangenen Jahren gingen die Auszeichnung fast ausschließlich an Vorstände großer Verlagshäuser und Sender – etwa an Styria-Chef Horst Pirker, ORF-Generaldirektoren wie Alexander Wrabetz und Roland Weißmann oder APA-Geschäftsführer wie Clemens Pig. Lassnig ist der erste Preisträger, dessen Geschäftsmodell nicht auf einem klassischen Verlag, sondern auf einem Podcast-Netzwerk beruht.

Vom Zeitungsvorstand zum Podcast-Pionier

Der gebürtige Tiroler studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaft in Innsbruck, sammelte ab 1998 journalistische Erfahrung beim Magazin „Echo" und führte später als Vorstand die Regionalmedien Austria (RMA), Österreichs größte Wochenzeitungsgruppe. Nach einer Station bei der „Neuen Zürcher Zeitung" und eigener Strategieberatung gründete er 2018 Missing Link Media, an dem er heute 65 Prozent hält. Über eine Beteiligung an DasKollektiv Medien ist das Netzwerk mit Formaten wie „Dunkelkammer" und „Ganz offen gesagt" sowie der Plattform podcastradio.at verbunden.

Warum das für die ganze Podcast-Branche wichtig ist

Bemerkenswert ist auch die wirtschaftliche Seite: Während der Tausend-Kontakt-Preis bei Google im niedrigen einstelligen Bereich liegt, erzielen Podcast-Werbeplätze im Missing-Link-Netzwerk 100 bis 200 Euro – ein Beleg dafür, dass sich das Geschäftsmodell trägt. Auch inhaltlich hat das Netzwerk international auf sich aufmerksam gemacht: Die „Dunkelkammer"-Recherche über die Nonnen von Goldenstein erzielte die bislang größte globale Aufmerksamkeit für einen österreichischen Podcast. Missing Link Media selbst wertete die Auszeichnung als klares Signal, dass Podcastformate inzwischen eine führende Rolle in der Medienentwicklung einnehmen und neue Maßstäbe für journalistische Qualität, Storytelling und Reichweite setzen.

Fazit

Dass ein Podcast-Unternehmer und nicht der Vorstand eines Großverlags zum „Medienmanager des Jahres" gekürt wird, ist mehr als eine Personalentscheidung.
Es zeigt, dass Podcasts in Österreich als eigenständiges, wirtschaftlich tragfähiges journalistisches Segment ernst genommen werden – und trägt dazu bei, dass sich diese Wahrnehmung in der gesamten Branche weiter festigt.

Quellen:

Das Podcast-Netzwerk
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1040 Wien

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